Geretal - Super Gere

Geretal - Super Gere

14.6.2026

Die Gerewand liegt gut versteckt im verlassenen obergommer Seitental, dem Geretal. Die Route "Super-Gere" erhielt im letzten Jahr ein Facelifting, wurde geputzt,  saniert und wartet nun darauf, endlich auf der Landkarte der Granitfans aufzutauchen.
Mit einem Rotpunktversuch im Hinterkopf nahmen Luki und ich den bekannten Weg unter die Räder bzw. Füsse. Am Einstieg in der Schlucht war es noch erstaunlich frisch, aber die Wand schien trocken zu sein, was vorallem in der zweiten Seillänge über Sieg oder Niederlage entscheidet. Nach langen Regenperioden im Sommer oder Gewittern im Herbst sollte man sich 1-2Tage Zeit lassen, bevor man in die Wand einstiegt. 
Voll motiviert band sich Luki in das Seilende ein und stieg die erste Seillänge vor. Wir entschieden uns auf das Nachhaulen von Getränken und Jacke, was in dieser steilen Granitwand durchaus Sinn macht. Zudem hatten wir noch etwas Material zum Putzen mit dabei.

1Sl. 5c: Ab in den cleanen Offwidth-Riss. Nicht gerade den Stil welchen man sich zum aufwärmen wünscht, aber man kann durchaus locker bleiben, denn es ist die nominell einfachste Seillänge der ganzen Route und sie lässt sich gut absichern.

2Sl. 7a+: Die ersten Meter sind noch gutmütig, doch dann wird die Wand für kurze Zeit glatter und man muss sich am seichten Riss auf die nächste "Platte" mogeln (Crux). An dieser Stelle wurden mir meine kalten Finger zum Verhängnis und kurze Zeit später hing ich am Seil. Nach kurzen Aufwärmen konnte ich die Stelle im zweiten Versuch durchziehen. Weiter für die Seillänge über die "Platte" rechts der Risspur an kleinen Käntchen und Leisten hinauf und immer wenn es scheinbar nicht weitergeht, taucht wieder eine Leiste auf. Zum Schluss werden die Griffe in der geputzten Risspurt besser und man erreicht rechts davon den bequemen Standplatz. Das Wort "Platte" taucht hier mehrmals auf, in Wahrheit hat es aber wenig mit Plattenkletterei zu tun. Eine absolute Traumseillänge.

3Sl. 6c+: Der Einstieg rechts vom Stand ist häufig feucht. Trotzdem ist es schlauer rechts einzusteigen, denn es geht auch mit Nässe und die Schuppen links sind hohl und nicht sehr vertrauenserweckend. Anschliessend der steilen Kante entlang nach oben in die eckigen Verschneidung und dieser entlang emporspreizen. Die Seillänge, welche wohl am wenigsten in Erinnerung bleibt.

4Sl. 7b (7a 1p.a.): Es wartet eine weitere Toplänge. Vom Stand quert man nach links hinauf an eine steile, relativ strukturarme Platte. Hier wartet die Crux der ganzen Route. Eine Lösung habe ich gesehen, diese wird jedoch im Bereich 7b sein. (Update 13.Juli: Amadeo konnte die Stelle heute frei klettern. Mehr dazu folgt...) Um die Fingerhaut zu schonen probierte ich nichtmehr allzu lange und bediente mich dem Silberling, welcher bei der Sanierung dazugekommen ist. Anschliessend kommt man in die markante Halbmondverschneidung welche wunderschön zu klettern ist. Den obligaten Abschlussdynamo vor dem Stand lösten wir heute beide statisch (Weicheier...). 

5Sl. 6b: Die Traumverschneidung. Die Cams in den Grössen 3&4 sind hier zwingend. Wenn möglich Cam 3 doppelt. Nach dieser Seillänge kann man die grossen Cams an den Standplatz hängen (oder im Haulbag verstauen)

6Sl. 7a: Die Seillänge führt über zwei kleine Dächer. Unter dem zweiten Dächli und nach dem letzten Bohrhaken kann man je noch einen Cam versorgen. Vom Stil erinnert die Seillänge stark an die zweite Seillänge. Zum klettern ein wahres Bijou. 

7Sl. 6c+: Im grossen und ganzen wirds nun gemütlicher, jedoch wartet noch eine kleine technische Stelle. Nach der Traverse oberhalb vom Dach gehts gerade hoch zum Ausstieg mit Gipfelbuch.

Am Ausstieg befindet sich ein horizontales Band welches sich ideal für eine längere Pause eignet. So genossen wir noch etwas die Stimmung bei Wurst und Brot und machten uns anschliessend ans Abseilen. Der Wind verleihte der Kletterei ein alpines Flair, beim Abseilen könnte man jedoch auf ihn verzichten. Wir peilten jeden Standplatz an (ausser den untersten) und kamen dank der Steilheit und Kompaktheit der Wand ohne Seilverhänger am Wandfuss an. Gerade im unteren Teil könnte ein Malheur beim Abseilen richtig dumm rauskommen, da es keinen Handyempfang gibt. Wir packten unsere sieben Sachen und dank dem Lawinenschnee im unteren Teil des Couloirs konnten wir von einem schnellen, knieschonenden Abstieg profitieren. Mit den Bikes gings zurück nach Oberwald zu einem kurzen ElTony-break und anschliessend radelten wir wieder zurück nach Hause. Wieso haben wir diese Wand nicht schon viel früher schätzen gelernt...???

Link zur Route: Super Gere

Weitere Fotos folgen...

 

 

 

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