Avegno Scaladri - Taroc 6b+

Avegno Scaladri - Taroc 6b+

28.3.2026

Nach dem Ende der Rekrutenschule im April 2011 verbrachte ich mit Marco ein paar Tage im Tessin. Nach zwei Tagen im Klettergarten und einem schönen Klettertag in der "il nodo infinito" besuchten wir am Abreisetag noch die Scaladri in Avegno. Taroc wurde damals als schönste Route der Wand angepriesen. Mit schmerzenden Füssen und wohl etwas weniger Motivation als an den Vortagen schlichen wir die schwarzen Platten hinauf. Und so brannte sich diese Erinnerung auch in meinen Kopf ein. Anschliessend stand ich noch zwei mal beim Grotto in Avegno, an beiden Tagen war die Wand jedoch vom Regen am Vortag nass. 

Nun sollte es 15Jahre dauern, bis ich wiedermal an dieser Wand klettern durfte. Da unser Skitourenwochenende im schlechten Wetter versank, flüchteten wir in den sonnigen Süden. Da es nach 4monatiger Pause unsere ersten Klettertage waren, sollte es etwas im moderaten Bereich sein. Alhambra haben wir schon 2mal zusammen gemacht und so fiel die Wahl auf Taroc. Wie eingangs erwähnt waren meine Erinnerungen nicht gerade die besten, trotzdem waren wir beide motiviert.

Vom Grotto läuft man zuerst der Strasse entlang kurz taleinwärts und biegt dann rechts in den Wald und über Wegspuren hoch zum Einstieg. Der neue Einstieg befindet sich rechts von einer Art Pfeiler, wo Wegspuren links davon hoch führen zum alten Einstieg beim Gedenkkreuz. Ein gutes Topo mit Angaben zu den sanierten Routen gibt es hier zum Download (klick).

Scaladri - Taroc 6b+ (6a+ obl.)

 

  • 1Sl. 5a: Die Route startet links der Stadera. Mit der Sanierung sind zwei zusätzliche Seillängen dazu gekommen. Auf der geneigten Platte findet man viele Leisten welche einem das vorwärtskommen erleichtern.
  • 2Sl. 6a: Vom Stand weg direkt über eine kleine Stufe auf die Platte. Nun wird es bereits das erste Mal technisch etwas schwieriger. Wer hier bereits Mühe bekundet, sollte vielleicht in eine andere Route einsteigen. Der Zwischenstand gemäss neuem Topo existiert nicht und man klettert hoch bis auf das Band beim Gedenkkreuz, wo sich der alte Orginaleinstieg befindet.
  • 3Sl. 5c: Über eine einfache Platte hinauf. Am Schluss über einen kleinen Steilaufschwung nach links. Seit der Sanierung ist es sehr üppig abgesichert.
  • 4Sl. 6a+: Super Plattenkletterei garniert mit vielen Leisten und Dellen. Hier musste ich mit meinen eher schlechten Erinnerungen Schluss machen. Wirklich coole Kletterei!
  • 5Sl. 5c+: Es geht im ähnlichen Stil weiter, einfach etwas gemütlicher.  
  • 6Sl. 6b+: Erster Aufschwung. Schon fast Bouldern am Seil. Die Platte bietet wieder alles: Sloper, Leisten, Schlitze...super
  • 7Sl. 6b+: Zweiter Aufschwung, bischen einfacher als der erste hinauf auf eine weitere super Platte.
  • 8Sl. 6a+: Schöne Reibungsplatte zu Beginn, dann ein weiter Quergang nach rechts hoch an den Stand. Die grüne Markierung ist nicht mehr so gut sichtbar. Der Stand rechts davon gehört zur "stadera".
  • 9Sl. 6b: Wieder ein cooler Aufschwung. Diesen Empfand ich etwas einfacher als die ersten zwei.
  • 10Sl. 5b: nicht speziell
  • 11Sl. 5c: nicht speziell
  • 11Sl. 6a+: Traverse nach rechts auf die Reibungsplatte. Anschliessend über die Verschneidung nach rechts zum Stand.
  • 12Sl.V1 6b+: Die lohnenste Länge der Taroc bietet die Plattenvariante rechts. Es ist leider ein bisschen ein Routenwirrwarr. Rechts davon führen die Haken der Stadera über die Platte. Die Seillänge bietet Reibungskletterei par excellence und eine Fülle schöner Bewegungen. Einfach der Hammer! Da wir noch die neue Variante durch die einfacher aussehende Verschneidung klettern wollten, seilten wir nochmals über die Länge ab.
  • 12Sl.V2 6b: Zu Beginn der Verschneidung entlang und dann links davon über den Bauch an schönen Strukturen hoch zum Standplatz.
  • 13Sl. 5c: Die letzten Meter zum Ausstieg
Abstieg: Auch hier wurde ordentlich geräumt, gesägt und geputzt. Super! 
 
Fazit: "Fast" jede Route verdient eine zweite Chance. Taroc hat uns durchwegs überzeugt. Über die Platzierung der Bohrhaken kann man diskutieren, wir kommen jedoch gerne wieder. Besten Dank den fleissigen Arbeitern!
 
Fotos folgen...

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079'898'78'76