Urner Haute-Route

Urner Haute-Route

9.3 -12.3.2026

1.Tag: Realp- Schafberg- AlbertHeim Hütte

2.Tag: Lochberg- Göscheneralpsee- Chelenalphütte

3.Tag: Sustenhorn- Berghaus Steingletscher

4.Tag: Uratstock- Obertaljoch- Sustenbrüggli- Färnigen

Die Urner-Haute Route hat in den letzten 10Jahren einen richtigen Boom erlebt. Vorallem bei Skandinaviern und Amerikanern ist die sogenannte "Skiers Haute-Route" hoch im Kurs. Der Namen kommt nicht von ungefähr. Da man sich von Süd nach Nord bewegt, sind alle Abfahrten in den nördlichen Expositionen. Dort findet man bekanntermassen den schönen Pulverschnee. Wie bei allen "Haute-Routes" lässt die Planung Varianten zu. So kann man eventuelle Engpässe bei den Hüttenkapazitäten möglicherweise umgehen. Und da wäre auch schon der Haken, welchem auch diese Haute-Route ausgesetzt ist: In der Hochsaison sind die Hütten teils schon früh ausgebucht. Sei es durch Tourengeher, weche dann auch tatsächlich erscheinen, oder durch "Bergsteigerschulen", welche ihre Plätze für die Tourenausschreibung schon sehr früh vorreservieren und dann gegebenenfalls kurz vohrer wieder stornieren.

Wir wählten für unsere Tour eine 4tages-Variante von Realp bis zum Uratstock. Von dort wählten wir nicht die Abfahrt nach Engelberg, was mit einem langen ÖV-Rückweg nach Andermatt verbunden gewesen wäre, sondern die Abfahrt ins Meiental nach Färnigen zu einem deponierten Fahrzeug.

Tag 1: Nach einem gemütlichen Aufstieg zur Mittagszeit, erreichten wir den Schafberg und wenig später die super ausgebaute Albertheim-Hütte.

Tag 2: Im Licht der Stirnlampen fuhren wir von der Hütte über ruppigen Schnee hinunter zum Anfellpunkt auf 2330m beim Lochbergbach. Anschliessend ging es über die immer steiler werdenden hartgefrorenen Hänge hinauf zur Winterlücke. Für den letzten Abschnitt brauchten wir Harscheisen. Von der Winterlücke konnten wir noch ein gutes Stück dem Grat folgend mit Ski aufsteigen, doch irgendwann war es dann Zeit auf die Steigeisen umzustellen. Philipp welcher als Bergführeraspirant mit dabei war, führte die Gruppe hinauf zum Lochberg. Die anschliessende Abfahrt war leider etwas von der Wärme der letzten Tage gezeichnet. Jedoch machte die effiziente und kraftschonende Überquerung des Göscheneralpsee's dieses Manko wieder wett. Nach einer sonnigen Mittagspause war der Aufstieg durch das Chelenalptal zur Hütte nur noch Formsache. Philipp und ich präparierten dann noch eine wunderbare Aufstiegsspur mit Wendeplattformen in den sulzigen Schnee, welche uns den Start in den Folgetag erleichtern sollte.

Tag 3: Und so war es dann auch. Dank einer mittlerweile gefrorenen flachen Aufstiegsspur war Skiaufstieg anstatt Steigeisenportage angesagt. Wie der legendäre Erich Sommer im Bergführerkurs schon immer zu sagen pflegte: "die erste Stunde am Morgen muss gratis sein". So war es dann auch. Über das Sustenlimmi stiegen wir auf zum Sustenhorn. Leider machten uns aufkommende Wolken panoramatechnisch etwas einen Strich durch die Rechnung, jedoch durften wir, wie schon am Vortag, den Gipfel für uns alleine geniessen. Über die schönen Hänge des Steingletschers gings kräfteschondend hinunter zum Berghaus Steingletscher. Auch an diesem Nachmittag wandten wir die "Sommersche-Technik" an und präparierten eine schöne Spur über den Stöölweng hinauf, um das steile Couloir hinter dem Hotel zu vermeiden. Am Abend war Schneefall angesagt. Die Konsequenz war ein Anstieg der Lawinengefahr. 

Tag 4: "Z'juhee" es hat geschneit. Vielen Dank Frau Holle... Doch für unsere geplante Tour hätte es auch etwas weniger sein dürfen. Eine Gruppe mit Bergführerin startete bereits eine gute Stunde vor unserer Gruppe. Nach einem Aufstieg im Nebel kam im Bereich des Obertalgletschers die Sonne zum Vorschein und es kam zum grossen Zusammentreffen. 3 geführte Gruppen und 2 führerlose Gruppen standen unter dem Steilaufschwung des Obertalgletschers. Durch das Abschmelzen hat sich in den letzten Jahren eine imposante, sehr steile Wand gebildet und diese war nun komplett frisch eingeschneit und Dünen zeichneten die Schneeoberfläche. Umkehren hätte zwangsläufig wieder im Berghaus Steingletscher geendet oder man wäre nach Gadmen abgestiegen, was wiederum eine markant längere Rückreise nach Andermatt bedeutet hätte. Andersrum könnten die Konsequenzen bei einem Lawinenabgang verheerend sein. "Könnten", heisst es gab womöglich einen Ausweg. Mit viel Taktik und genauen Anweisungen konnten wir die Wahrscheinlichkeit und Konsequenz auf ein vertretbares Risiko minimieren. So erreichten wenig später alle den Uratstock. In der Abfahrt über das Obertaljoch war dann nochmals etwas Vorsicht geboten. Die Sonne wärmte merklich und so fuhren wir ohne grosse Pause hinunter nach Färnigen und kamen zur Mittagszeit wieder in Andermatt an, wo wir uns eine wohlverdiente Pizza im Spycher gönnten.


Kontakt

Imsand Raphael Bergführer IVBV

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Goms

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